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Methodik Juristische Methodik: Praxis des Rechts
Linguistik Rechtslinguistik: Sprache des Rechts
übersicht
Friedrich Müller
Elemente einer Verfassungstheorie ( 8 Bde. )
I. Recht - Sprache - Gewalt
43 S. Berlin 1975 (Schriften zur Rechtstheorie, Heft 39)

Die Studie skizziert den praktischen und wissenschaftstheoretischen Standort der juristischen Methodik. Mit den hier gegebenen Bestimmungen ist ein Bezugsrahmen rechts- und sozialwissenschaftlicher und zugleich wissenschaftlicher und politischer Art entworfen, innerhalb dessen Funktionen, Strukturen und Methoden arbeitsteilig erforscht werden können.

II. Juristische Methodik und Politisches System
127 S. Berlin 1976 (Schriften zur Rechtstheorie, Heft 51)

Die Frage nach der gesellschaftlichen Funktion des Rechts und nach dem Wissenschaftscharakter der Jurisprudenz erscheint als die ineinander verschränkte Grundfrage juristischer Methodik. In dieser Perspektive untersucht die Studie Themen wie die sozial- und entscheidungswissenschaftlichen Elemente der Rechtsfindung, die Sonderstellung der Justiz, die Realitätsgrundlage der juristischen Methodik, die mehrfache Bedeutung von „Rationalität" im bürgerlichen Rechtsstaat und die Funktionswandlungen dieses Verfassungsstaats.

III. Die Einheit der Verfassung
268 S. Berlin 1979 (Schriften zur Rechtstheorie, Heft 76)

Das Argument aus der Einheit der Verfassung gilt heute weithin als die wichtigste Neuheit in der Verfassungsauslegung der Bundesrepublik. Die Analyse der Judikatur zeigt, wie die Praxis das Argument verwendet. Der systematische Teil gilt der Frage, wie es verwendet werden sollte. Dafür ist zu klären, worauf die Eigenschaften dessen hindeuten, was mit dem Ausdruck „Einheit der Verfassung" bezeichnet wird: auf eine selbständige Figur der Dogmatik, ein Hilfsmittel rechtsstaatlicher Entscheidungsarbeit oder eine Fata Morgana der Verfassungslehre.

IV. 'Richterrecht'
140 S. Berlin 1986 (Schriften zur Rechtstheorie, Heft 119)

Die in Einzelstudien ansetzende Strukturierende Verfassungstheorie arbeitet analytisch. Ihr Anspruch geht nicht auf Vollständigkeit, sondern auf Beispielhaftigkeit der untersuchten Gegenstände. Die Frage nach dem Richterrecht als einem Grundphänomen oder einem Scheinproblem der Verfassungsordnung vom Typ des Grundgesetzes findet hier ihren Platz.

V. Fragment (über) Verfassunggebende Gewalt des Volkes
Hrsg. von Klaus Rohrbacher, 91 S. Berlin 1995 (Schriften zur Rechtstheorie, Heft 172)

Die Arbeit ist von der Textsorte her nicht dogmatisch, sondern eine Analyse in verfassungstheoretischer Absicht — Verfassungstheorie als die angemessene „Philosophie" des modernen Verfassungsstaats. „Verfassunggebende Gewalt des Volkes" wird hier als Ideologietext nicht akzeptiert, allein als Rechtstext; noch genauer, als Normtext. Das eröffnet operativen Spielraum dort, wo sich die Diskussion traditionell festgefahren hatte. Gelegentlich explizit, durchgehend in der Sache schließt das eine Auseinandersetzung mit der dezisionistischen und holistischen Willensmetaphysik Carl Schnitts ein. Zu dieser markiert der Text die demokratische Gegenposition; eine Position, die wissenschaftlich den Vorzug hat, seit Normstruktur und Normativität (1966) auf ein modernes Normkonzept und eine sich hierauf gründende differenzierte Rechtsmethodik gestützt zu sein.

VI. Wer ist das Volk? Die Grundfrage der Demokratie.
Hrsg. von Ralph Christensen. 62 S. Berlin 1997 (Schriften zur Rechtstheorie, Heft 180)

Indem er das Rousseausche Volk als regulative Idee in die Verfassungssouveränität des modernen Staates einfügt, gelingt es Friedrich Müller, die präsenzmetaphysischen Schranken auch noch einer kritischen Demokratietheorie zu überschreiten und zu einer neuen Bedeutungsschicht des Demokratiebegriffs vorzudringen.

VII. Demokratie in der Defensive. Funktionelle Abnutzung - soziale Exklusion – Globalisierung
Hrsg. von Ralph Christensen. Berlin 96 S. 2001 (Schriften zur Rechtstheorie, Heft 197)

Die vorliegende Studie stützt sich auf die Beobachtung gegenwärtiger Tendenzen in Recht, Politik und Wirtschaft. Eine zusätzliche materiale Grundlage bildet die Verfassungsvergleichung zwischen Deutschland und Brasilien als dem entwickeltsten Schwellenland der peripheren Moderne. Das Ergebnis der ausnahmslos unveröffentlichten Analysen kann mit einer „Defensive" umschrieben werden, in welche die demokratischen Systeme auch der zentrischen G7-Länder zunehmend geraten.

VIII. Demokratie zwischen Staatsrecht und Weltrecht. Nationale, staatlose und globale Formen menschenrechtsgestützter Demokratisierung.
152 S. Berlin 2003 (Schriften zur Rechtstheorie, Heft 214)

Der sich abzeichnende Weg zu einer Art Weltrecht, das weltweite Gewebe aus hard law und soft law, das Entstehen eines globalen Konstitutionalismus sind Vorstellungen und Vorhaben einer Zukunft, die bereits begonnen hat. Soll diese menschenwürdig und also demokratisch sein, müssen entsprechende Politikziele, Normen und Verfahren transnational durchgesetzt werden.

Entlang dieser Frage wird hier zunächst auf Texte Rousseaus als auf eine grundlegende Formulierung modernen Denkens von Demokratie zurück gegangen; wird dann analysiert, wie sich demokratisch erlassene Gesetze angesichts der Macht der Verfassungsjustiz besser behaupten können und inwieweit das geltende Demokratierecht, das von Exekutive und Gerichtsbarkeit umzusetzen und zu kontrollieren ist, dabei dem Schicksal bloßer Virtualität entkommen kann. Auch darf nicht vergessen werden, dass Demokratisierung - unbeschadet ihrer globalen Perspektiven - in zahlreichen Nationen erst noch dringlich anzustreben ist; als Beispielsfall dafür werden hier die teils theokratisch, teils sonst diktatorisch oder autoritär beherrschten arabisch-islamischen Länder untersucht. Schließlich geht die Analyse darauf, in welch prekärer werdenden Zustand der bisherige Verlauf der Finanz- und Wirtschaftsglobalisierung die einzelstaatlichen Demokratien versetzt hat; was alles im nationalen Rahmen, etwa durch neue Formen von politischer Bürgerbeteiligung, dagegen getan werden kann; wie sich vernetzte Gruppierungen und Aktionsweisen eines graswurzel-demokratischen transnationalen Widerstands herausbilden und wie schließlich die Strukturen der Elemente eines künftigen Weltrechts vorgezeichnet werden können, sich zum Teil auch schon real abzeichnen. Es wird das Konzept einer dreifachen Verfassungsstruktur eingeführt, um die vielfältigen Ansätze der Praxis auch theoretisch zu integrieren.

Stimmen zu den Bänden I - VIII

„Der Verf. unterzieht das herrschende Verständnis juristischer Arbeitsweise grundsätzlicher Kritik und entwickelt die Aufgabe ihrer Methodik, konkrete Entscheidungsnormen allgemeinen Rechtsnormen verlässlich zurechenbar zu machen'" Juristenzeitung

„Was der Verf., einer der hervorragendsten Kenner juristischer Methodik und einer Methodologie der Rechtswissenschaft, an scharfsichtigen Beobachtungen des Rechtsbetriebes, Kritik der höchstrichterlichen Spruchpraxis und eigenen Lösungsansätzen beizutragen hat, wird die deutsche Staatsrechtswissenschaft in den nächsten Jahren beschäftigen." Rechtstheorie

„Viele seiner Ergebnisse bleiben von grundlegender Bedeutung. Der Ansatz von Friedrich Müller zeichnete sich immer schon dadurch aus, dass er besonders gut für das rechtsvergleichend-interdisziplinäre Gespräch geeignet und so auch äußerst anregend für die Beschäftigung mit grundsätzlich anders strukturierten Rechten ... ist." Österreichisches Archiv für Kirchenrecht

„ Heute kann kein Politologe, der die konkrete Tätigkeit der Juristen einigermaßen verstehen will, die Arbeiten F. Müllers ignorieren. Wenn überhaupt noch ein Dialog und eine Kooperation zwischen Politologie und Jurisprudenz erfolge soll, so wird sie an diesen Arbeiten anknüpfen und sich mit ihnen intensiv auseinandersetzen müssen." Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft

„Die theoretische Leistung des Verf. und der Ertrag der Arbeit für Ausbildung und Praxis lassen sich kaum hoch genug veranschlagen. Sie besticht sprachlich wie gedanklich durch Klarheit und Originalität. Genauigkeit der Beobachtungen und überlegene Beherrschung des Stoffes verschiedener Disziplinen sind bewundernswert." Juristenzeitung

„F. M. wendet sich einem ebenso aktuellen wie wenig bearbeiteten Problem zu: Es geht um die Legitimation des Verfassungsstaates und seiner Verfassung. Sie wird als permanenter Prozess nicht nur der Beschaffung, sondern mindestens ebenso sehr der Erhaltung der Legitimitätsgrundlage politischer Systeme begriffen. ... Die Studie stellt die richtigen Fragen. Und sie zeigt Wegmarken für Antworten." Der Staat

„Für Müller ist das Projekt der Menschenrechte unmittelbar von der globalen Realisierung der Demokratie abhängig. Aber Müller geht weiter, denn er möchte den menschenrechtlichen Universalismus tiefer verankern... Erst der Blick auf die ebenso rasante wie alternativlose Globalisierung von Markt, Macht und Recht lässt die ganze Tragweite von Müllers menschenrechtlichem Begriff demokratischer Legitimation erkennen." Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Insgesamt: Wahrhaft Elemente einer Verfassungstheorie, die nicht dazu bestimmt sind, in der Registratur des juristischen Betriebes abgeheftet und dann und wann mehr oder weniger missverstanden zitiert zu werden...; die vielmehr geeignet sind, in jungen Köpfen oder in solchen, die geistig jung geblieben sind, wie ein anregendes Ferment zu wirken." Neue Juristische Wochenschrift
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