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Methodik Juristische Methodik: Praxis des Rechts
Linguistik Rechtslinguistik: Sprache des Rechts
übersicht
Friedrich Müller
Strukturierende Rechtslehre. Zweite, vollständig neu bearbeitete
und auf neuestem Stand ergänzte Auflage, Berlin 1994
Inhaltsübersicht

Erster Teil: Normstruktur und Normativität

1. Abschnitt: Diskussion bisheriger Theoriekonzepte

I. Einleitung: Zur Differenz von Natur- und Geisteswissenschaften • II. Normwissenschaftliche Objektivität • III. Typen des herkömmlichen Normverständnisses • IV. Zur rechtswissenschaftlichen Logik • V. Applikation und Vorverständnis - Topik und strukturierende Normtheorie Rationalität und relative Methodik • VII. Recht und Wirklichkeit als abstrakte Positionen in der Rechtstheorie • VIII. Zur „Natur der Sache"

2. Abschnitt: Grundlagen der strukturierenden Rechts(norm)theorie

IX. Methodologische Ansätze zum Erfassen von Norm und Wirklichkeit in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts • X. Normtext und Norm • XI. Die Norm als sachbestimmtes Ordnungsmodell • XII. Abgrenzung der strukturierenden Normauffassung von der „Natur der Sache", von institutionellem und geschichtlichem Rechtsdenken • XIII. Normprogramm, Normbereich und praktische Konkretisierung • XIV. Zur Konkretisierung und zur Verfassungstheorie der Grundrechte

Zweiter Teil: Folgerungen für die Rechtsarbeit • XV. Folgerungen für Rechts(norm)theorie und Methodik

1. Der normstrukturierende Ansatz

A. Zwischenergebnisse: (1) Abschied von herkömmlichen Fragestellungen • (2) Das Modell der Normstruktur • (3) Norm und Normtext

B. Erläuterung von Begriffen: (1) Hermeneutik • (2) Rechtsarbeit • (3) Normstruktur; Sachbereich - Normbereich; Sachverhalt • (4) Normativität • (5) Rechtsnorm (Begriff, Rechtsnorm / Entscheidungsnorm, Rechtsnorm/Normtext, Normtextsetzung)

2. Zur Debatte über die strukturierende Normtheorie

A. Auseinandersetzung in der Literatur • B. Zur Rechtsprechung unter Aspekten der Rechts(norm)theorie • C. Rechts- und Sozialwissenschaften

3. Fortführung des rechts(norm)theoretischen Konzepts

A. Erprobung in der Literatur • B. Normbereich, Normbereichsanalyse - theoretische und praktische Präzisierungen: (1) Erfahrungen der Literatur, (2) Zu Sein und Sollen, (3) Weitere Begriffsklärung zum Konzept des Normbereichs, (4) Besonderheiten einzelner Normbereichstypen, (5) Zum Problem der empirischen Methoden, (6) Weitere Beispiele • C. Normwandel • D. Weitere Ansatzpunkte

XVI. Auswirkungen auf die Dogmatik

1. Fragestellung • 2. Zur Diskussion der strukturierenden Dogmatik • A. Auseinandersetzung • B. Aufnahme, und Fortführung • 3. Erprobung und Erweiterung des dogmatischen Konzepts • A. Verschiedene Rechtsgebiete • B. Grundrechtsdogmatik • 4. Zum systematischen Ort der Dogmatik — Die vier Arbeitsfelder der Strukturierenden Rechtslehre

Über die Strukturierende Rechtslehre

Der Umfang der Ausgabe von 1984 blieb unverändert. Allerdings sind die damals gegebenen Beispiele judizieller Analyse und wissenschaftlicher Diskussion um viele ergänzende Hinweise auf hier wichtige neue Forschung und vor allem auf Rechtsprechung nach dem neuesten Stand (Anfang 1994) angereichert.

Ferner wurde der gesamte Text sprachlich, terminologisch und in diesem Rahmen inhaltlich, in einer Reihe von Einzelfragen auch durch Ändern der Auffassung, vollständig neu bearbeitet. Die hiermit vorgelegte durchgehende begriffliche Präzisierung der Strukturierenden Rechtslehre gibt ihr eine klarere und definitivere Form. Das ist nicht im Sinn eines Abschließens gemeint; das work in progress, auch ohne den Autor, geht weiter.

Die Strukturierende Rechtslehre wurde aus der Praxis selbst wie auch aus Beobachtung der Praxis entwickelt; ihre verschiedenen Schichten tragen noch Werkspuren dieser induktiven Arbeit. Sie ist eine von Realismus geprägte Theorie. Ihre Komplexität kommt aus der unserer Rechtswirklichkeit, die sie zu erklären sucht.

Die Arbeiten, die das Konzept insgesamt fortführen, schreiben sich, um es so zu sagen, einem Logbuch ein, das von Aufbrüchen in verschiedene Richtung handelt. Die Vorschläge, zu denen ich dabei kam, haben sich für mich in der Dogmatik, Methodik und Theorie des Rechts sowie in der Verfassungslehre praktisch bewährt; auch schon andere Autoren und Instanzen haben mit ihnen konstruktiv zu arbeiten gewusst.

Es ist eine Aufgabe der Strukturierenden Rechtslehre und der juristischen Methodik, die auf ihr aufbaut, das auf den Begriff zu bringen, was in der Praxis juristischen Handelns ohnehin gemacht wird (weil es unausweichlich ist); und es (weil es auf den Begriff gebracht wurde) in die Lage zu versetzen, künftig besser gemacht zu werden. Die hier entwickelte Rechtslehre schließt andere Konzepte nicht notwendig aus. Wie weit jene mit ihr ein Stück weit zusammenarbeiten wollen, hängt auch von deren Fähigkeit ab, sich kompatible Erkenntnisziele zu setzen. Ziel für uns alle sollte es nicht sein, recht zu behalten, sondern den Problemen gerecht zu werden.

Stimmen zur ersten Auflage

"M.s Untersuchungen stellen einen wertvollen Beitrag zu der Frage nach den grundsätzlichen Bedingungen der Konkretisierung von Rechtsnormen dar. Diese Untersuchungen sind weiterführend und vermitteln wertvolle Anregungen; ein Werk, das sicherlich - und hoffentlich - eine lebhafte Diskussion auslösen wird." Deutsches Verwaltungsblatt (1985)

"Ein besonderer Mythos gehört zur Profi-Grundausstattung vieler, wahrscheinlich der allermeisten Juristen: dass nämlich zu jedem Rechtsfall die Lösung in den Gesetzen bereitliege, verbindlich auf das einzig richtige Ergebnis fixiert, das der Rechtsanwender aus dem Gesetzestext zu entnehmen (herauszulegen) habe. Das Elend ist die alltägliche und wider besseres Wissen ständig verdrängte Erfahrung, dass ein Gesetzestext hinreichend gefügig ist, um konträre Ergebnisse zu tragen ... Der positivistischen Phantasmagorie stellt sich die Strukturierende Rechtslehre entgegen, die Friedrich Müller begründet hat und seit über 25 Jahren in einem respektablen CEuvre immer weiter entwickelt. Sie hat die Illusion, wonach im Gesetz die Entscheidung für alle denkbaren Streitfälle a priori vorgegeben sei, aufgegeben, ohne jedoch freirechtliche Beliebigkeit an die vakant gewordene Stelle zu setzen. Vielmehr hat die Strukturierende Rechtslehre ein Modell dafür ausgearbeitet, wie juristisches Handeln (traditionell als Gesetzesanwendung missverstanden) unter rechtsstaatlichen Anforderungen anzulegen und auszuführen sei. In diesem Modell ist der Gesetzestext als Eingangsdatum und Zurechnungsgröße' verbindlich, er bleibt jedoch verschont von Forderungen, die in der Sprache nicht einzulösen sind und sich an anderen objektiven oder subjektiven Größen des Rechtsfindungsprozesses abzuarbeiten hätten." Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie (1991)

"Von allen Versuchen, das philosophische Gebäude des Rechts zu rekonstruieren, hat Müller mit seinem Werk das glänzendste, ingeniöseste Projekt vorgelegt ... Mit der 'Strukturierenden Rechtslehre' ist uns eine außerordentliche Bemühung integrativer Reflexion gegeben, die mit einer in der zeitgenössischen juristischen Grundlagenforschung sonst noch nie gewagten Breite und Tiefe Rechtsdogmatik, Rechtsmethodik und Rechtsnormtheorie untrennbar verknüpft. ... Die materiale Struktur des Rechts wird von Müller nicht statisch, sondern nach einem dynamischen Konkretisierungsmodell aufgefasst. Darin liegt ein weiterer erneuernder Grundzug seines Denkens ... Seine Methodologie überwindet das klassische, auf privatrechtlichen Grundlagen aufbauende Modell Savignys. Die 'Strukturierende Rechtslehre' ist ein Monument der Rechtswissenschaft." Revista de Direito Constitucional e Ciencia Politica (1984)

"Dieser Autor zählt zweifellos zu den Rechtstheoretikern der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Sein wissenschaftliches Werk ist künftig mit einem Namen verbunden, dem der Strukturierenden Rechtslehre, und vielleicht auch bald mit einer Schule. Diese vom Autor selbst als "nach-positivistisch" gekennzeichnete Theorie steht in der Erbschaft der rationalistischen Tradition, will sich aber zugleich vom Rechtspositivismus abgrenzen, dem sie, in der Gestalt Kelsens, unseres Erachtens zu Recht vorwirft, das Recht der Wissenschaft vom' Recht geopfert zu haben. Die nach-positivistische Wiederentdeckung des Gegenstands der Rechtswissenschaft in seiner historischen, soziologischen und politischen Kompaktheit erfolgt auf dem Weg über eine neue Normtheorie (Normstruktur), die gleichzeitig Text, Umfeld und praktische Umsetzung einbezieht. Diese Theorie, in ständiger Konfrontation mit der Philosophie entstanden, wurde gleichwohl auf eine rechtsimmanente Weise entwickelt, im Ausgang von einer Serie von Analysen der juristischen Praxis und vor allem der Verfassungsrechtsprechung. Eine der Untersuchungsrichtungen, die sie besonders vertieft hat, ist die Beziehung von Recht und Sprache (Begriff der Textstruktur) ... Wenn sich der Wert einer Theorie danach beurteilt, wie weit sie fähig ist, von den Tatsachen Rechenschaft abzulegen, dann kann man gewiss sein, dass der Strukturierenden Rechtslehre eine große Zukunft gehört." DROITS. Revue Francaise de Theorie Juridique (1991)
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