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Methodik Juristische Methodik: Praxis des Rechts
Linguistik Rechtslinguistik: Sprache des Rechts
übersicht
Friedrich Müller / Ralph Christensen
Juristische Methodik. Band II. Europarecht, Berlin 2002
Inhaltsübersicht

1 Problemstellung: Ein Recht in vielen Sprachen

2 Zum gegenwärtigen Stand der Methodik des Gemeinschaftsrechts
21 Wortlaut: Verstecken oder Verwerten von Mehrsprachigkeit • 22 Systematik: Vom Buch zum offenen Text • 23 Geschichte: Von der Willensmetapher zur Argumentform • 24 Teleologische Auslegung zwischen Rechtssicherheit und Dynamik • 25 Empirische Argumente als Maßstab oder am Maßstab des Gesetzes • 26 Rechtsvergleichende Auslegung zwischen Dominanz und Ausgleich • 27 Spielarten der gemeinschaftsrechtlichen Konformauslegung • 28 Das Verhältnis der Konformauslegung zum nationalen Recht

3 Strukturmodell für die Argumentation im Gemeinschaftsrecht
31 Normstruktur: Der Gegenstand der Rechtsarbeit • 32 Legitimationsstruktur: Ziel der Rechtsarbeit • 33 Textstruktur: Die Mittel der Rechtsarbeit

4 Leistung der einzelnen Argumentformen
41 Grammatisches Argument - 42 Systematisches Argument • 43 Historisches und genetisches Argument • 44 Teleologisches Argument • 45 Normbereichsargument • 46 Rechtsvergleichendes Argument • 47 Konformauslegung im Gemeinschaftsrecht • 48 Konformauslegung im nationalen Recht

5 Rationalität und Überprüfbarkeit der Rechtsprechung des EuGH
51 Normative Vorgaben • 2 Die Wortlautgrenze • 53 Rangfolge • 4 Faires Verfahren • 55 Die Rolle der Begründung

6 Perspektiven: Kann es ein Recht der vielen Sprachen geben?

Über die Methodik

Teil II der „Juristischen Methodik" ist technisch unabhängig vom ersten organisiert und selbständig benutzbar. Er entwickelt, aufbauend auf dem Konzept und mit der methodologischen Begrifflichkeit des Grundlagenbandes, eine Methodik des europäischen Gemeinschaftsrechts - also der Schicht unserer normativen Ordnung, die quantitativ deutlich zunimmt und qualitativ zunehmend dominiert. Von Anfang an hat sich diese Methodik als eine des positiven Rechts verstanden; und zwar von dem demokratisch-rechtsstaatlichen Typus, für den auch das deutsche Grundgesetz einsteht. Ferner vertritt sie seit jeher den mit ,Methodik und Methodiken' benannten Ansatz: den Plural einer Arbeitsreflexion der verschiedenen dogmatischen Teilrechtsgebiete anzustreben - im Rahmen dieser „Juristischen Methodik" ohne Anspruch auf Vollständigkeit; und zugleich für sie alle eine Basis auszuarbeiten, die dem avancierten Stand der Rechts-, Sozial- und Sprachwissenschaft gewachsen ist. Im ersten Band sind diese Grundlagen anhand des nationalen Öffentlichen Rechts, ausgehend vom Verfassungsrecht, entwickelt worden.

Der zweite Teil wendet sich nun den Elementen einer Methodik des Europarechts zu - und damit nicht einem externen, sondern einem zusehends wichtiger werdenden Teil der deutschen Rechtsordnung. Von seinem supranationalen Ursprung her weist er Besonderheiten und auch besondere Schwierigkeiten auf: so zum Beispiel die Mehrsprachigkeit (bei Gleichrangigkeit der beteiligten Nationalsprachen), die gesteigert komplexe Systematik, die wesentlich größere Bedeutung des Ideologischen Arguments oder das deutlicher sichtbare Einwirken methodenrelevanter Normen auf das juristische Entscheidungshandeln.

Die Praxis spielt dabei die zentrale Rolle, also die Analyse der Judikatur der Gerichte der Gemeinschaft und ihrer methodischen Vorgehensweisen. Das entspricht der herausgehobenen Bedeutung, welche die Justiz bei der Entwicklung des europäischen Rechts hat. Das Ziel ist, den Anforderungen des Rechtsstaats auch im supranationalen Rahmen gerecht zu werden. Dasselbe gilt für die weitere Aufgabe einer Methodik, demokratische Impulse realisieren zu helfen. Dazu bedarf es aber auch eines fühlbaren weiteren Demokratisierungsschubs in den Institutionen der Europäischen Gemeinschaft.

Stimmen zu den vorangegangenen Auflagen von Band I

"Eine frisch, klar und stellenweise geradezu spannend geschriebene Studie." Der Staat

"This departure from the abstract-logical towards the empirical-pragmatical brings this method closer to that of Anglo-American common law ... It will be a fascinating exercise to watch for the success of this new methodology in its acceptance by German legal theory as well as in the jurisprudence of the German courts." Modern Law and Society

"Für den methodenbewusst arbeitenden Juristen ist seit langem die Juristische Methodik' von Friedrich Müller eine Fundgrube ... Insgesamt: Eine förderliche Lektüre und ein zuverlässiges Anregungs-Nachschlagewerk für alle Juristen, die ihre fallbezogene professionelle Phantasie schulen, sich erhalten und immer optimal einsetzen wollen." Prof. Dr. Wolfgang Gast, in: Betriebs-Berater

"Friedrich Müllers Juristische Methodik' nimmt seit dem Erscheinen der ersten Auflage (1971) innerhalb des Schrifttums zur juristischen Methodenlehre eine Sonderstellung ein ... Sie beeindruckt durch ein geschlossenes Konzept, durch Originalität sowie durch ein ungewöhnliches Maß an sprachtheoretischer Kompetenz des Autors ... Auch wenn man die sprachtheoretischen Positionen Müllers nicht durchweg teilt: Ein imponierendes Werk." Prof. Dr. Ulfrid Neumann in: Goltdammer 's Archiv für Strafrecht

"Die Darlegungen des Verf. stehen - und das gilt ziemlich uneingeschränkt für sämtliche Abschnitte dieses Buches - mit erfrischender Brillanz über der akademisch-philosophischen Akribie und lassen trotz ihrer Elastizität nichts an intellektueller Stringenz vermissen. Müller hat alle Kammern des Methodik-Gedankengebäudes ausgeleuchtet." Prof. Dr. Willi Thiele, in: Deutsches Verwaltungsblatt
„ Die womöglich am konsequentesten demokratisch-rechtsstaatliche Interpretationstheorie." Prof. Dr. E.-W. Böckenförde, in: Neue Juristische Wochenschrift

"Die Juristische Methodik' von Müller (ist) ein innerhalb der zeitgenössischen Reflexion der juristischen Methodik unverzichtbarer Text... Die Arbeit hat eine präzise theoretische Dimension und ist, mehr noch, auch in einem politisch und ethisch bestimmten Sinn orientiert, nämlich zugunsten des Sozialen Rechtsstaats und der modernen sozialen Demokratie ... Eines der größten Verdienste des Buches besteht darin, für den heutigen theoretischen Juristen und den heute praktisch Handelnden von Gewinn zu sein. Aber noch mehr ist zu unterstreichen, dass Müllers gesamte Argumentation überzeugend erscheint und vieles dazu beiträgt zu verstehen, was die Richter tatsächlich tun." Prof. Dr. Angelo di Giovanni, in: Diritto e Cultura

"Das Buch bringt eine Vielzahl von Problemen, die sich im Umfeld der juristischen Methodik stellen; es ist allemal tiefbohrend und auf hohem Niveau. Das Buch erweitert den sprichwörtlichen Problemhorizont des Lesers auf das vortrefflichste ... Das Fazit fällt nicht schwer: Ein sehr empfehlenswertes Buch für anspruchsvolle Juristen." Prof. Dr. Arthur Kaufmann, in: Die Öffentliche Verwaltung.
paper: Andreas Voßkuhle bespricht die Methodik in DÖV
Wichtige Monographien und Sammelbände zum Thema Recht und Sprache
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