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Genetische Auslegung 
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Die genetische und historische Auslegung als Unterfälle der systematischen machen eine grundsätzliche Schwierigkeit besonders offensichtlich: die durch die Auslegungselemente herangeführten Kontexte bedürfen ihrerseits der Auslegung, so dass sich die geschilderten Probleme noch einmal potenzieren. Eine Theorie, die dagegen den Normtext als Ausdruck eines subjektiv oder objektiv bestimmten Willens begreift, muss von vornherein die sich allein schon aus der Komplexität und der inneren Widersprüchlichkeit des Entstehungsprozesses rechtlicher Regelungen ergebende Komplexität des genetischen und historischen Konkretisierungselements verfehlen. Dem steht die für einen wachen Verstand unübersehbare Tatsache entgegen, dass "die in den Materialien zu findenden Äußerungen als diskursives Netz, als diskursive Strategie in den Zusammenhang einer Semantik kompetitiven Handelns eingeordnet werden" müssen. (F. Müller, Juristische Methodik, 7. Aufl., Berlin 1997, Rn. 361). Für den entscheidenden Juristen stellt sich damit nicht nur die Aufgabe, den mit den jeweiligen Quellentexten eröffneten Kontext in Hinblick auf den Normtext zu beurteilen. Er muss zudem auch über seine Relevanz und Tauglichkeit als ein solcher Kontext befinden. "Die im Umkreis der 'Paktentheorie' unternommenen Versuche, Einzeläußerungen von Parlamentariern anhand der Mehrheitsregel, der Zuordnung zu Meinungsgruppen usw. zu gewichten (...), gilt es auf dem Weg über sprachtheoretische Reflexion zu entfalten." (F. Müller, Juristische Methodik, 7. Aufl., Berlin 1997, Rn. 361)

Überblickt man die an den herkömmlichen Canones orientierten Elemente der Rechtserzeugung insgesamt, so lässt sich nicht nur für die historisch genetische Auslegung, sondern generell für eine juristischen Methodik, die den Anforderungen an die Praxis juristischer Textarbeit gerecht werden will, der folgende Leitsatz aufstellen: "Wenn sich die Fiktion eines einheitlichen Objekts des Verstehens (...) auflöst, zeigt sich als dessen eigentlicher Gegenstand der Normtext. Im Verlauf der Konkretisierung werden zu ihm Kontexte erschlossen, die es voneinander abzuschichten und entsprechend ihrer Nähe zum fraglichen Normtext zu gewichten gilt." (F. Müller, Juristische Methodik, 7. Aufl., Berlin 1997, Rn. 361).
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