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Methodik
Recht&Sprache Recht und Sprache
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Sprache und Entscheidung
Um auf das Recht zu kommen, muss der Jurist den Normtext in Arbeit nehmen. Das ist das kleine Einmaleins und zugleich Ceterum Censeo einer avancierten Rechtstheorie, die Lehre, zu der solche mit wachem Blick auf die Praxis von Recht kondensiert. Der "Wortlaut" des Normtextes ist zunächst tatsächlich nichts ist als Wort. Und der als ein solches ist er zunächst tatsächlich nur "laut", indem er lediglich zwingt, sich für die Frage nach Recht an ihn zu halten. Die Schwierigkeiten, mit denen der Jurist zu kämpfen hat, wenn er eben den Wortlaut des Normtextes in eine gestandene Norm zur rechtlichen Bearbeitung und Entscheidung des Falls verwandelt, lassen sich als ein Paradox formulieren. Sie liegen nicht darin, dass der Jurist über Sprache entscheidet, sondern darin, dass er über Sprache zu entscheiden hat.

Das Problem des Juristen ist nicht, dass er über Sprache entscheiden muss. Es geht gar nicht anders, wenn man sich Gedanken darüber macht, was die Worte bedeuten und wie man sie zu verstehen hat. Entscheidungen über Sprache, so wie sie der EuGH etwa im Fall der "Schokoladenmasse" zu treffen hat, sind imgrunde tägliches Brot der Kommunikation. Jedenfalls dann, wenn man sich konsequent von der Vorstellung löst, man habe es bei der Sprache in irgendeiner Form mit einer dem menschlichen Zugriff entzogenen Gegebenheit, einem System, einer vorgegeben Ordnung zu tun, die sich im Sprechen nur anwenden und nachvollziehen ließe, einschließlich für die dann nur von ihr prädisponierten Entwicklungen und Veränderungen, die einzugestehen man auch dann natürlich nicht umhin kann.
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