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Methodik
Recht&Sprache Recht und Sprache
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Gewaltenteilung als Textteilung
Wollte man alle drei Glieder der Trias Recht-Sprache-Gewalt als ursprüngliche Phänomene ansehen, so wäre darin das Recht ein nichtiges, blieben nur Sprache und Gewalt übrig. Ein Mensch ist nicht ein Leib und eine Seele, sondern ein Körper und eine Sprache; eine Sprache, die seinen Körper von Anfang an überschreitet, ja traumatisiert; die selber von Gewalt kontaminiert ist und Gewalt ausübt; die aus dem Körper, aus der Gewalt aber nicht abgeleitet werden kann. Dagegen ist Recht nur ein Sprachspiel; ein Sprachspiel unter anderen. Unter anderem ein gewaltbewehrtes Sprachspiel, unter diesen aber das einzige mit riesig angehäufter allgemeiner Gewalt versehene, das Sprachspiel des Staates. Alles, was am Staat und seinen Institutionen und deren Handeln aber nicht direkte bzw. verdinglichte Gewalt ist, Violence, ist Sprache, ist mündlicher oder schriftlicher Text, so eben nicht zuletzt seine als 'Recht' bezeichneten Handlungsformen: Sie sind Text und führen auf Violenzeh bzw. deren funktionelle Ersetzung im staatlich angeregten Vergleich hin. 'Recht' hat neben 'Gewalt' und 'Sprache' keinen vergleichbar ursprünglichen Status.

Anders gesagt: Die einzige Möglichkeit, die im Staat angehäufte Violence-Gewalt zu disziplinieren, zu kultivieren, einzugrenzen, zu teilen, zu falten, ist Sprache, ist Textualität und sind die in dieser anfallenden Komplikationen, Hemmnisse, Selbstverpflichtungen, Selbstbindungen, Brechungen, Faltungen; und ist nicht etwa ein "Recht", das als etwas anderes als eben diese Sprache eigene zusätzliche Möglichkeiten böte.

Die Gewaltenteilung durch Sprache geschieht institutionell und kompetenziell als Aufteilung der Gewalt in Portionen. Die quantitative Verminderung erfolgt nicht global, wohl aber für den je einzelnen Kontext. Und sie erfolgt zweitens durch In-Frage-stellen von Gewalt im Spiel der checks and balances.

ewaltenteilung braucht Sprache, denn sie ist vor allem eine Text-Teilung für die Institutionen nebeneinander. Sie ist eine Text-Verteilung für die Auffächerung der Kompetenzen und eine Text-Kontrolle wiederum durch Texte , eben in den checks and balances. Wie immer hat auch diese "Gewaltenteilung durch Textteilung" eine tatsächliche Violence-Basis in der Staatsgewalt. Die Teilung der Gewalten auf symbolischer Ebene als Textteilung ist eine Teilung der Gewaltbefugnis,

•  unter den und den Voraussetzungen
•  Texte der und der Art von sich zu geben
•  mit den und den Wirkungen und mit bestimmten Relationen zu anderen Texten.

Gewaltenteilung als Teilung der Textkompetenz in Bezug auf Violence führt die Gewalt in den Zusammenhang der rechtsstaatlichen Textstruktur ein.

Rtta 114 f.
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