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Methodik
Recht&Sprache Recht und Sprache
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symbolische Gewalt
Der semantische Kampf hat zum Ziel , auf dem Weg der Durchsetzung der eigenen Bedeutungsvariante für den Gesetzestext auch die ganze Wahrheit des entsprechenden Bezugsrahmens (des mit dem fraglichen Gesetz formulierten und durch seinen Erlass in Geltung gesetzten sachgeprägten Ordnungsmodells) für sich einnehmen zu können.

Ist dem semantischen Kampf der Erfolg beschieden, eine bestimmte Ausdrucksverwendung als einzig berechtigte durchzusetzen, so ist auch die damit vorgebrachte, ehedem partikular parteiliche, Rechtsversion zur wahren erhoben. Sie zurückzuweisen fehlen im wahrsten Sinne die Worte; es sei denn, der Kampf um die Sprache wird - in einem weiteren Verfahren - erneut aufgenommen. Dank der Sprachgewalt kann sich so die Gewalt als Sprache vergessen machen. Damit ist Rechtserzeugung in der juristischen Textarbeit von alle n Zügen symbolischer Gewalt gezeichnet. Symbolische Gewalt ist eben genau jene "Macht", "der es gelingt, Bedeutungen durchzusetzen und sie als legitim durchzusetzen, indem sie die Kräfteverhältnisse verschleiert, die ihrer Kraft zugrunde liegen"; und die damit " diesen Kräfteverhältnissen ihre eigene, d.h. eigentlich symbolische Kraft hinzufügt." (Bourdieu / Passeron, Grundlagen einer Theorie der symbolischen Gewalt, 1973, S 12.) Eben das ist die Funktion der Kämpfe in der semantischen Praxis der Rechtsarbeit.

Rtta 67 f.
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