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Methodik
Recht&Sprache Recht und Sprache
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Gewalt der Sprache
Der Gegensatz konkurrierender Bedeutungsvarianten macht den semantischen Kampf als einen Kampf um das Recht in der Sprache aus. Das Element des Kampfes bricht sich darin Bahn, dass die in der fraglichen Auseinandersetzung vorgeschlagenen Gebrauchsweisen des betreffenden juristischen Ausdrucks sich wechselseitig ausschließen. Dabei stehen hinter dem Unterschied der grammatischen Bedeutungserklärung grundlegendere Differenzen: "Der Streit geht um Gegenstände und Tatsachen in der Welt, und er kann letztlich nur dadurch geführt werden, dass man sich über die Gebrauchsweisen sprachlicher Ausdrücke auseinandersetzt." ( Wimmer, Gebrauchsweisen sprachlicher Ausdrücke, in: Heringer / Öhlschläger / Strecker / Wimmer, Einführung in die praktische Semantik, 1977, S. 24 ff, S. 33) Gerade im Streit um die Bedeutung des Normtextes tritt dieses Moment klar hervor, und zwar als Moment von Gewalt 'in der Sprache'. Alle Gewalt des Konflikts, der zur Lösung als Rechtsfall ansteht, wendet sich erst einmal in die Sprache. Das Ziel der an dem semantischen Kampf Beteiligten liegt darin, den jeweils eigenen Interpretationsvorschlag auf Kosten des Gegners so durchzusetzen, dass die eigene Bedeutungserklärung als einzig legitimes Verständnis des Normtextes im Hinblick auf den Fall akzeptiert wird. Ein Drittes gibt es nicht, es sei denn der Kampf wäre aufgegeben oder der Rechtsgang als Streit in einem Vergleich erledigt. Die Semantik des Kampfes als die praktische der Rechtserzeugung verweist auf die konstitutive Wirkung der Gewalt. Die Produktion des Rechts im konkreten Fall und für seine verbindliche Entscheidung beruht auf dem Gang der Gewalt durch die Sprache, eingefangen in den semantischen Kampf um die Bedeutung des Normtextes. Die Struktur dieser Einhegung des Kampfes ist näher zu untersuchen.

Rtta S. 68 f.
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