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Methodik
Recht&Sprache Recht und Sprache
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Methodik der Diskursanalyse
Über all ihre thematischen, methodischen und theoretischen Unterschiede hinweg zeichnet die diskursanalytischen Ansätze das Bemühen darum aus, der Grundidee von der Sprache als Praxis konkret Rechnung zu tragen, indem sie diese jeweils auf ihre Weise in ihren Untersuchungen deren Arbeitsweisen spezifisch auszubuchstabieren und anhand ihrer Forschungsergebnisse konkretisieren. Die Vielfalt und Spannbreite der Untersuchungen, die die Diskursanalyse dazu dann anstellt, ist mehr als irgend sonst erwähnenswert. Ihre Akribie und Detailfreude, ihre Diversität und Expansivität trägt der Multidimensionalität sprachlicher Handlungen, der Komplexität und der funktionalen Subtilität all der sprachlich sozialen Phänomene Rechnung, die das Gesicht all jener "kommunikativen Praktiken" prägen. Für jedes dieser Phänomene ist zu fragen, welchen Sinn es in der Rolle macht, die ihm in jeweiligen interaktiven Zügen und Spielen der Sprecher zukommt. Züge und Spiele allerdings, die die Sprecher zugleich durch den Einsatz dieser Phänomene zu ihren sozialen Gunsten immer erst wieder konkret hervorbringen. Folglich bedarf es auch immer der eingehenden Untersuchung der kommunikativen Praktiken der an einer Interaktion Beteiligten, um die Bedeutung der von ihnen eingesetzten sprachlichen Mittel zu ergründen, um das Vorgehen, das Verfahren zu verstehen, das die Beteiligten im Verfolg ihrer Zwecke und Ziele einschlagen, und um den besonderen Konturen und durchgängigen Konzepten all sich dieser Praktiken auf die Spur zu kommen. Denn nichts ist ohne dies für sich genommen ausgemacht. Nüchtern handwerklich betrachtet stellt sich die Diskursanalyse aufs Ganze gesehen als eine heterogene Vielfalt von Verfahren dar, die zum Ensemble des Instrumentariums für Forschungen arrangiert werden, die die unterschiedliche Ebenen sprachlich sozialer Ensembles, Formationen und Verfahren, sprich, all die diskursiven Praktiken und Formationen unter den verschiedensten Gesichtspunkten durchleuchten, durchdringen und erhellen wollen.

Von besonderem Belang für die "Verhandlungsanalysen" im Bereich des Rechts sind dabei der Ansatz der Konversationsanalyse, sowie die Diskursanalyse in einem "linguistischeren" Sinne, die zuteilen auf der ersteren aufbaut. Letztere teilt sich im Anspruch auf die "'Erforschung realer Kommunikationsabläufe in Diskursen" mit ersterer in einen "empirisch spezialisierten" Diskursbegriff,diesseits der "vergeistigte(n) Oberbegriffe" Frankfurter Prägung. Und beide erheben auf ihre Weise durchaus einen systematischen Anspruch, indem es jeweils "nicht um ein Verstehen des einzelnen Gesprächs geht, oder um die 'richtige' Interpretation eines Beispiels, die es ohnehin nicht gibt. Ziel sind qualitative Generalisierungen über kommunikative Phänomene und die Leistungen von Sprache im gesellschaftlichen Zusammenhang." (Ludger Hoffman, Kommunikation vor Gericht, Tübingen 1983, S. 9.)
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