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Recht&Sprache Recht und Sprache
Linguistik Rechtslinguistik: Sprache des Rechts
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Norm als logische Falle
Entlang der Frage „Wer löst eigentlich den Rechtsfall?" lassen sich verschiedene historische Grundhaltungen der neueren Rechtswissenschaft abschichten. Zum ursprünglichen Gesetzespositivismus gehört die Vorstellung, der Fall werde letztlich von der (mit ihrem Text verwechselten) Vorschrift selbst gelöst. Denn der Jurist tut inhaltlich nichts hinzu, handelt nicht eigenverantwortlich, lässt nur objektive Logik walten. Syllogismus, Subsumtion, begriffliche Konstruktion folgen, rein kognitiv, logischen Kriterien, ohne eine inhaltlich begründende Wertung des entscheidenden Juristen zu erfordern, ohne seine Richtigkeits- und Folgenverantwortung auslösen zu können. Taucht ein nach Beschaffenheit und Umfang passender Rechtsfall auf, so schließt sich die Norm als logische Falle, so unterwirft sich der Obersatz „Norm" den Sachverhalt als seinen Untersatz.

JM I, Rn. 282
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