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methodenbezogene Normen
Die zentrale Rolle normativer Gesichtspunkte für das Begründen einer Grenze richterlicher Interpretationstätigkeit wirft aber die Frage auf, ob eine rechtliche Rückbindung juristischer Methodik überhaupt möglich ist.

In der Literatur wird die verfassungsrechtliche Begründung des Rationalitätsmaßstabs praktischer Rechtsarbeit zum Teil verneint: „Die Methode wird so durch eine Normbehauptung und eine aus dieser gezogenen Konsequenz begrenzt. Sie müsste aber umgekehrt gerade dazu dienen, Normbehauptungen im Hinblick auf ihre Richtigkeit zu überprüfen“ (Harenburg, J., Die Rechtsdogmatik zwischen Wissenschaft und Praxis, 1986). Die Methode lasse sich nicht durch rechtliche Maßstäbe begrenzen, weil diese vielmehr den Gegenstandsbereich der Methodik bildeten.

Dieses Zirkelargument ist aber nicht haltbar. Wenn man Objekt- und Metasprache unterscheidet, wird deutlich, dass eine Begründung des Rationalitätsmaßstabs juristischer Methodik durch rechtliche Regelung nicht in einen logischen Zirkel führt. Die methodenbezogenen Normen des Rechts sind in bezug auf die Dogmatik metasprachliche Aussagen. Ihr eigener "lnhalt" ist Teil der Objektsprache, und seine Gewinnung steht unter den Anforderungen, die von der Metasprache definiert werden. Der Anschein von Zirkelproblemen entsteht hier nur, wenn man abstrakt nach dem Anfang dieses Verhältnisses fragt. Aber auch dann führt die verfassungsrechtliche Rückbindung der juristischen Methodik nicht zu einem logischen Zirkel. Man kann nämlich zunächst von einem methodisch nicht gesicherten Vorverständnis des fraglichen Normtextes ausgehen. Erst nach der Formulierung einer von diesen Voraussetzungen ausgehenden Methodik ist es möglich, die Auffassung der methodenbezogenen Normen selbst zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. In diesem Vorgehen liegt kein logischer, sondern höchstens ein hermeneutischer Zirkel.

JM II, S. 182 f.
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