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Architektur von Hypertext
Auf den Punkt gebracht, hat Hypertext eine denkbar einfache Architektur. Ein Hypertextsystem, eine „Hypertextbasis“, besteht technisch gesehen aus nichts anderem als aus „Knoten“ und „Links“: „Hypertext (oder in der multimedialen Form Hypermedia) ist ein assoziatives Netzwerk von Textteilen (sog. Knoten, engl. nodes) die durch Graphen (Kanten, engl. links) verknüpft sind. Ausgangspunkte dieser Kanten sind einzelne Wörter oder Wortgruppen (Anker, engl. anchor), die aktiviert werden können, um zu anderen Knoten zu gelangen.“

„Knoten“ sind alle Objekte bzw. Informationseinheiten, die für eine Verknüpfung angeboten werden und geeignet sind. Als solche sind sie weitgehend autark. Diese Eigenständigkeit der Knoten macht die Modularität von Hypertext und damit das ganze mit ihm freigesetzte Potenzial der Variabilität von Verknüpfungen aus. kann also von einer schlichten Graphik oder einem Fleck auf der Oberfläche bis hin zu einem komplex umfangreichen Textdokument wie den Maastrichtverträgen oder der Bibel alles Mögliche Ziel von Verknüpfungen sein. Blick auf die Rechtsarbeit betrifft das vor allem solche Objekte, die auf Text im herkömmlicheren Sinn angelegt sind oder bei denen es sich um Druckerzeugnisse, um Geschriebenes handelt. Da solche Objekte einen sinnvollen, d.h. einen gewissen Informationsmehrwert versprechenden Ausgangspunkt für Links darbieten sollen, brauchen sie ein Minimum an Kohäsion.

Zum „Netzwerk“ wird dieses zunächst unabsehbare Konglomerat koexistenter Segmente durch Verweise aufeinander, durch Links. „Verweise sind nichts anderes als Relationen, die einzelne Objekte, in Hypertext: informationelle Einheiten (= Knoten), zueinander in Beziehung setzen." Von besonderer Bedeutung für die juristische Textarbeit ist dabei wiederum, dass Links, wie alles an Hypertext, nicht an die Technik des Internets gebunden sind. „Prinzipiell sind nämlich auch Printtexte durchzogen von einem Geflecht aus mehreren Verweisebenen. Zu denken ist hier zuallererst an das deiktische Verweissystem. Aber auch aus Inhaltsverzeichnissen heraus wird auf die entsprechenden Seiten des fortlaufenden Textes verwiesen.“ Hantiert man, wie es Juristen in der Regel noch auferlegt ist, mit Papier, so braucht es bekanntlich einigen Aufwand des Stöberns und Blätterns, um den Sprung in andere Textsegmente zu vollziehen.

Mit Knoten, Link und Anker sind die Ingredienzen gegeben, Textsysteme, „Netze im Netz“ anzulegen, Inseln im Meer von Text.

JM II, S. 194 f.
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