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Canones im Hypertext
Die Funktionsweise der Canones für das Prozessieren von Entscheidungen im Hypertext Recht lässt sich in Analogie zu dessen idealtechnischer Realisierung im Internet illustrieren. So gesehen, fallen bei der Rechtsarbeit „Browsing“ und „Authoring“ ineins, „Lesen“ und „Fortschreiben“. „Bei Hypertextsystemen unterscheidet man generell zwischen reinen ‚Browsern’ (Nur-Lese-Zugriff) und Systemen, die das Editieren bzw. Fortschreiben erlauben.“ Als „Lesemaschinen“ nehmen Browser die jeweils aufgerufenen Webseiten als Code entgegen und „rendern“ deren Darstellung, „legen sie vor“, „übergeben“ diese. Wichtig ist dabei die Funktionsweise. Die Browsertechnik als Software sitzt gewissermaßen auf Hypertext auf. Die Renderingmaschine (der Browser), das heißt die ordnende Hand eines die Darstellung erzeugenden Strukturierungsmechanismus, wird "von außen" an Hypertext angetragen und geht dennoch auf ihn ein. Sie reagiert nämlich auf die ihr durch den Quellcode eines Hypertextdokuments angebotenen Steuerungsmarken (tags) für die Verarbeitung zu einem seiner Exemplare auf der Oberfläche. Man hat es also immer mit einem Wechselspiel von Steuern und Gesteuertwerden, von Machen und Geschehenlassen zu tun. Das gilt auch für die weiteren Orientierungsmechanismen, die im Netz zur Verfügung stehen, wie Suchmaschinen. Sein Gegenstück findet dieses Rezeptionsinstrumentarium in der Software zur Produktion, den HTML-Editoren und Autorenprogrammen zur Herstellung von Websites. Sie stellen die Werkzeuge zur Verfügung, um Objekte wie Texte im engeren Sinn, Grafiken, Skripte, die bestimmte Effekte erzeugen, in eine Ordnung zu bringen. Sie erzeugen eine Struktur, die sich im Code für die Generierung eines entsprechenden Hypertextdokuments verwirklicht. Wichtig ist hier wieder, dass es sich nicht um eine freie Collage handelt. Vielmehr sitzt auch der Produktionsmechanismus auf Hypertext auf. Er schreibt ihm zur Erzeugung ein bestimmtes Regelwerk ein, eben die Steuermarken des HTML-Codes und ihre Anordnung. Damit werden die Maßstäbe gesetzt, nach denen wiederum Browser eine Darstellung, das heißt die Realisierung von Hypertext im Exemplar auf der Oberfläche zu prozessieren vermögen.

JM II, S. 200
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